
Das Zusammenleben in einer Familie ist nicht immer harmonisch. Ständiger Streit unter Geschwistern zerrt an den Nerven der Eltern, tägliche Diskussionen mit den Kindern um Aufräumen, Mithilfe im Haushalt, Fernsehzeiten oder Hausaufgaben zermürben die Gemüter. Es gibt bei allen Familienmitgliedern unterschiedliche Meinungen, es wird diskutiert, gestritten und häufig fließen auch Tränen. Streiten in der Familie ist unvermeidbar und gehört zum Leben dazu.
Im Familienalltag kommt es immer wieder zu Spannungen und Konflikten, die es zu lösen gilt. Was also ist zu tun, wenn es im Umgang mit den Kindern zu Auseinandersetzungen kommt? Der gute Wille allein reicht häufig nicht aus, um Streitigkeiten zu schlichten oder eingefahrene Konflikte auf Dauer zu lösen. Eine gewisse „Streitkultur“ ist jedoch wichtig, für Eltern wie auch für Kinder. Denn beim Streiten lernen Kinder wichtige soziale Fähigkeiten. Wir haben die wichtigsten Infos zum Umgang mit dem Thema Streit in der Familie!
Fast alle Eltern kennen solche Situationen: Geschwister streiten fast täglich untereinander um Kleinigkeiten. Man kann soviel reden, wie man will, gute Ratschläge geben oder etwas verbieten – das Kind hört trotzdem nicht darauf. Besonders Jugendliche reizen die Geduld ihrer Eltern oft bis zum Äußersten aus. Oder: Beide Elternteile haben unterschiedliche Ansichten zu einem bestimmten Punkt in der Erziehung und geraten darüber in Streit, denn jeder fühlt sich im Recht und keiner will nachgeben. Häufig leidet sogar die Beziehung der Eltern darunter. Auch häufig der Fall: Ein Ex-Partner oder die Großeltern mischen sich ungefragt in Erziehungsmethoden und Familienangelegenheiten ein. Alles nachvollziehbare Gründe, sauer zu sein und laut zu werden.
Doch Eltern dürfen eines nicht vergessen: Sie sind immer Vorbild für ihre Kinder. Diese werden durch die Art und Weise der Auseinandersetzung zwischen den eigenen Eltern und anderen Personen geprägt. Kinder bekommen die Streitigkeiten ihrer Eltern und das Auflösen eines Konfliktes oder einen tagelangen Groll aufeinander ganz genau mit. Wenn Eltern sich nur durch lautstarke verbale Attacken und Verletzungen dem anderen gegenüber wehren können, so übernehmen dieses Verhalten auch die Kinder. Kinder können aber auch daraus lernen, wenn sie sehen, dass zwei Menschen, die sich lieben, durchaus einmal richtig aneinandergeraten können, sich hinterher aber wieder gut vertragen. Eltern dienen also als gutes oder schlechtes Vorbild für die spätere, eigene Konfliktbewältigung. Ein vernünftiger Umgang in der Familie, auch bei Spannungen, ist daher unbedingt notwendig. Zur Konfliktlösung sollten Eltern wichtige Grundregeln der Kommunikation berücksichtigen.Wenn manchmal nichts anderes zu nützen scheint, dann hilft eigentlich immer frische Luft und eine Möglichkeit zum Abreagieren. Ein bewährter Trick ist zum Beispiel, die streitenden Sprösslinge kurzfristig vor die Tür zu schicken: Sie sollen ein paar Mal ums Haus herumlaufen und beim Vorbeikommen winken. Kinder finden das lustig. Häufig hilft auch schon die Vorstellung dieses Tuns bei der Entspannung des Konfliktes. Aber das „ums Haus rennen“ ist je nach Wohnsituation natürlich nicht immer möglich. Das hilft nur eines: Jacken anziehen und einen Spaziergang an der frischen Luft machen – alle zusammen. Und miteinander reden.
Gabriela Martens "Streit gehört dazu: Wie wir Konflikte in der Familie verstehen und lösen" Kösel 2005, ISBN 346630685X, Taschenbuch 14,95 Euro
Joachim Armbrust "Streit unter Geschwistern: So lösen Eltern erfolgreich Konflikte" Urania 2007, ISBN 3332019376, Broschiert 12,95 Euro
Helga Gürtler "Regeln finden ohne Tränen: So lösen Sie Konflikte in der Familie" Urania 2002, ISBN 3332013106, Taschenbuch 12,90 Euro
Rita Steininger "Eltern lösen Konflikte: So gelingt Kommunikation in und außerhalb der Familie" Klett-Cotta 2006, ISBN 360894401X, Broschiert 13,00 Euro
Rudi Rhode "Wenn Nervensägen an unseren Nerven sägen" Kösel 2006, ISBN 3466307120, Broschiert 14,95 Euro
Cornelia Nitsch "Kindern Grenzen setzen - wann und wie? Mit Liebe konsequent sein" Goldmann 2004, ISBN 3442165857, Taschenbuch 6,90 Euro