
Pflanzen sind durch ihre Düfte, Formen und Farben eine echte Wohltat für unsere Sinne. Auch wenn man keinen großen Garten sein Eigen nennen kann, so schenkt uns schon das Gärtnern auf einem Balkon, einer kleinen Terrasse oder der Küchenfensterbank echte Freude und Entspannung. Die fruchtbare Erde umgraben, Samen pflanzen und Blumen, Kräuter oder Gemüse züchten: Das tut trotz möglicher körperlicher Anstrengungen nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut.
Studien haben gezeigt, dass Menschen, die in ländlichen Gegenden leben und Menschen, die regelmäßig in ihrem Garten arbeiten, häufig zufriedener mit ihrem Leben sind. In unserer sonst so lauten und hektischen Zeit führen die beruhigenden Bewegungen bei der Gartenarbeit, die frische Luft und der direkte Kontakt zur Natur zum Abbau von Stress. Blumen pflanzen, Rasen mähen, Beete wässern und Hecke schneiden – Gartenarbeit zählt zu den liebsten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Wir zeigen, was die Arbeit im Grünen für positive Effekte hat, was jetzt im Mai im Garten zu tun ist und warum besonders Kinder durch die Betreuung eigener Pflanzen viel lernen können. Wir wünschen viel Spaß in der üppigen grünen und blühenden Jahreszeit!
Das Graben, Einsäen, Pflegen und Ernten im eigenen Garten hat positive Auswirkungen auf die menschliche Psyche und auf die körperliche Gesundheit. Gartenarbeit an der frischen Luft ist eine Wohltat für Körper und Seele, für Erwachsene und Kinder genauso wie für ältere oder kranke Menschen. Ein Garten ist ein Ort zum Wohlfühlen und Entspannen und bietet die Möglichkeit, der eigenen gestalterischen Kreativität Ausdruck zu verleihen. Für Hobbygärtner bedeutet der Einsatz im Grünen vor allem eines: Eine kleine, fast schon meditative Auszeit vom Alltag.
Schon eine halbe Stunde im Garten kann viel bewirken: Bereits leichte Arbeit im Grünen produziert Glückshormone im Gehirn. Das Tageslicht unterstützt den menschlichen Körper, Vitamin D zu bilden, was gut für die Knochen ist. Die Arbeit im Garten wirkt sich außerdem positiv auf das Immunsystem aus, sie baut Stresshormone ab und steigert die Konzentrationsfähigkeit. Der Blutdruck sinkt bei regelmäßiger leichter Gartenarbeit, und das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Die Bewegung an der frischen Luft regt den Kreislauf an, stärkt die Muskeln und festigt den Knochenaufbau. Gartenarbeit ist auch gut für die Figur: Leichte Gartenarbeit verbraucht etwa 120 bis 140 Kalorien pro halbe Stunde. Eine halbe Stunde lang den Boden umgraben verbraucht etwa 130 Kalorien, und eine halbe Stunde Rasenmähen rund 150 Kalorien.
Psychotherapeuten haben für alte, kranke und besonders für depressive Menschen eine überaus wirkungsvolle Therapie zur Rehabilitation entwickelt. Die sogenannte „Gartentherapie“ wird in den USA schon seit etwa 20 Jahren eingesetzt, und auch hierzulande gibt es inzwischen viele Therapie- und Reha-Zentren, die auf die Heilkräfte durch die Arbeit mit den Pflanzen und in der Natur setzen. Ärzte und Therapeuten erstellen hierbei gemeinsam Gärtnern und Landschaftspflegern individuell zugeschnittene Programme für den jeweiligen Patienten. Ein kleiner Gartenabschnitt wird aktiv vom Patienten gestaltet und gepflegt – ein eigener Bereich, für den er die Verantwortung trägt und in dem er sich auch bewegen muss. Die Pflanzen wachsen und gedeihen, blühen und tragen Früchte: Der Patient kann durch den Erfolg im Garten sein Selbstbewusstsein stärken, seine Gesundheit fördern und neuen Lebenssinn erhalten.